Das erste Jahr
10 May 2022Ein Jahr traden in der GmbH
Das erste Jahr in der vvGmbH ist so gut wie um, die Gründung erfolgt im April 2021 und das Firmendepot ist Mitte Mai 2021 gestartet. Eigentlich wollte ich ein Jahresfazit mit Hilfe des Jahresabschlusses 2021 machen, aber der ist noch in Arbeit, also mache ich daraus zwei Posts. In diesem Post sind erstmal die Zahlen Year-over-Year, sprich von der Gründung im April 2021 bis jetzt im Mai 2022. Eine Auswertung von 2021 folgt dann sobald der Jahresabschluss fertig ist.
Die erste interessante Frage: Wie viel Rendite hat die vvGmbH denn gemacht?

Aktuell steht das Depot YOY bei 35,18%, vor der aktuellen Marktkorrektur waren es sogar knapp über 50%. Im Vergleich dazu haben S&P500 0,45% und der All World 7,02% erzielt. Die Rendite ist also ordentlich, hier gibt es nichts zu beklagen.
Dabei sind die realisierten Gewinne und Verluste (unrealisierte Posten nicht betrachet):
| Instrument | Ergebnis |
|---|---|
| Aktien | +12.143,42 EUR |
| Dividenden | +2.431,44 EUR |
| Aktien-Optionen | +3.238,61 EUR |
| Futures | +4.653,47 EUR |
| Futures-Optionen | -2.209,30 EUR |
| Gesamt | 20.257,64 EUR |
Also insgesamt ein realisierter Gewinn von ca 20.250,00 EUR
Dem gegenüber stehen die Kosten der GmbH:
| Bereich | Kosten |
|---|---|
| Gründung | 2.707,31 EUR |
| Steuerberater | 2.893,38 EUR |
| IHK | 145,00 EUR |
| Kontoführung | 136.35 EUR |
| Gesamt | 5.882,04 EUR |
Dabei sind in dem Posten Kontoführung auch noch 77,35 EUR für die Verlängerung der LEI enthalten. Ein Posten für das Transparenzregister fehlt ebenfalls noch, obwohl die vvGmbH dort gemeldet wurde, kam einfach noch keine Rechung. Und ohne den Jahresabschluss fehlen noch die Zinskosten für das Gesellschafterdarlehen.
Außerdem sind noch weitere Kosten, wie z.B. ein neuer Laptop, in die vvGmbH gelaufen:
| Bereich | Kosten |
|---|---|
| Handyvertrag | 550,00 EUR |
| Anschaffungen | 1.544,58 EUR |
| Gesamt | 2.094,58 EUR |
Insgesamt sind es damit ca. 7.980,00 EUR Ausgaben, wovon ca. 6.000,00 EUR Gründungs- und Betriebskosten sind.
Das führt dann direkt zu der zweiten Fragen: Lohnt sich das? Bitte bedenken, dass die Zahlen YOY sind, also nicht dem Steuerjahr entsprechen und daher die realen Steuern abweichen.
Die Privatperson hätte nach diesem Trading-Jahr 20.250,00 EUR Gewinn, abzüglich 801,00 EUR Freibetrag, also 19.449,00 EUR zu versteuern. Mit ca. 27% Abgeltungssteuer verbleiben also ungefähr 14.200,00 EUR Gewinn. Davon geht nun noch der gekaufte Laptop und die Kosten für den Handyvertrag ab, da die Privatperson diese auch angeschafft hätte und es verbleiben 12.200,00 EUR.
In der vvGmbH sind vom Aktiengewinn nur 5% zu versteuern, also muss der Aktiengewinn angepasst werden auf 607,17 EUR, damit reduziert sich der Gesamtgewinn ebenfalls auf 8.721,39 EUR. Von diesem Gewinn werden noch die Ausgaben in Höhe von 7.980,00 EUR abgezogen und der steuerpflichtige Gewinn sind 741,39 EUR. Darauf werden ca. 30% Steuern bezahlt, also eine Steuerlast von ca. 222,00 EUR. Mit diesen Zahlen lässt sich für die vvGmbH also ausrechnen, dass von den 20.250,00 EUR Gewinn die Ausgaben in Höhe von 7.980,00 EUR und die Steuern von 222 EUR abgezogen werden und folglich 12.050,00 EUR übrig bleiben.
Rechnerisch steht die Privatperson mit 12.200,00 EUR in der Tasche also besser da. Nun muss allerdings auch beachtet werden, dass gerade bei den einzelnen Trades im Bereich der Futures und Optionen einige Trades dabei waren, die als Privatperson (wegen der Begrenzung der Verlustverrechnung) nahezu nicht möglich gewesen werden. Beispielsweise setzen sich die 3.238,61 EUR Gewinn bei den Aktien-Optionen zusammen aus 27.064,63 an Gewinnen und 23.826,003 Verlusten, das heißt alleine in diesem Bereich hätte die Privatperson möglicherweise schon die 20.000,00 EUR Verrechnungsgrenze überschritten, was sich dann auch auf das Gesamtergebnis auswirkt.
Bei der vvGmbH fällt die Gründung auf der Kostenseite natürlich stark ins Gewicht. In den Folgejahren sollten sich die Betriebskosten auf ca. 3.000,00 EUR einpendeln, die dann hoffentlich vollständig aus Dividenden gedeckt werden können. Außerdem werden weitere Kosten in die vvGmbH verlagert wie zum Beispiel Kosten für Internet-Hosting oder weitere (sowieso geplante) Anschaffungen.
Für mich lohnt sich die vvGmbH, da ich darüber die Möglichkeit habe Risk Defined Trades mit Futures und Optionen zu machen, die sonst steuerlich nicht machbar wären. Sinnvoll wäre es natürlich mehr Gewinne mittels Aktien zu generieren, damit da der Vorteil der geringeren Besteuerung greift.