01 Jan 2025
Wieder ist ein Jahr vorbei, seit Start der GmbH sind nun fast 4 Jahre vergangen.
Dieses Jahr war auch wieder ein interessantes Jahr, mit einem Plus von 27% im Depot hat die GmbH wieder besser abgeschnitten als der S&P500 (+24,89%).
In der zweiten Jahreshälfte war der größte Aufreger die Insolvenz von Ride und die daraus folgende Ungewissheit. Diese Situation wurde -mehr oder weniger- einfach ausgesessen.
Es war relativ schnell klar, dass einige der ehemaligen Partnersteuerberater ein eigenes Angebot starten werden. Nachdem diese Gerüchte aufkamen, habe ich erstmal gar nichts unternommen und abgewartet.
Mittlerweile ist das Folgeangebot so gut wie in trockenen Tüchern, die Rahmenbedingungen entsprechenen den ursprünglichen Konditionen von Ride. Leider wird für 2024 nochmal eine Zahlung fällig, da die Steuerberater ihr Honorar von Ride nicht erhalten haben.
Das ist aber eher ein kleineres Ärgernis und wird die Rendite für 2025 hoffentlich nicht wirklich beeinflußen.
In Punkto Trading war 2024 geprägt von Volatilität, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Für 2025 ist die Strategie auf Situationen mit entsprechenden Ausschägen der Volatilität zu warten und darüber die Performance zu erzielen.
06 Sep 2024
Wie nun in vielen Quellen nachzulesen ist, hat Ride am 04.09.24 Insolvenz angemeldet. Unter den Kunden des Admin-Service ist natürlich nun etwas Ratlosigkeit wie es weitergeht.
Von den Partner-Steuerberatern kamen aber bereits positive Signale für die Zukunft. Und auch wenn Ride insolvent ist, besteht weiterhin die Möglichkeit, dass der Geschäftsbetrieb weitergeführt wird.
Für meine GmbH ist Ride nicht so extrem wichtig, wirklich relevant ist nur die automatische Wertpapierverbuchung, aller anderen Tätigkeiten werden sowieso vom Steuerberater abgewickelt.
Ich bin daher relativ entspannt und warte die weitere Kommunikation ab.
09 Aug 2024
Eine interessante Woche geht zu Ende. Vor allem der Wochenbeginn hatte es in sich, als der VIX (mehr oder weniger) spontan beschlossen hat auf über 60 Punkte zu explodieren und gleichzeitig die Aktienkurse nachgaben.
Gerüchteweise verursacht durch die Zinsanhebungen in Japan welche Trader aus einem USD/JPY Carry Trade flüchten liessen.
Das vvgmbh Depot hatte auch eine Position auf, die sehr anfällig auf starke Veränderungen der Volatität reagiert, an besagtem Monat ist diese dann in ein fünstelliges Minus gelaufen.
Morgens habe ich bereits versucht die Position zu schliessen, als es noch ein niedriges vierstelliges Minus war. Da aber kaum Liquidität im Markt war, war dies nicht möglich.
Das Depot war an der tiefsten Stelle etwas über 20% im Minus, wobei sich das zusammengesetzt hat aus den starken Stürzen von Apple und Microsoft. Der offene Options-Trade war nur ein Sahnehäubchen oben drauf.
Nach dem die Position geschlossen werden konnte, wurde aber sofort auf der anderen Seite nachgelegt und verschiedene Short Vol Positionen eröffnet.
Die Positionen dazu waren entweder direkte short auf /VXM Futures oder die im Blog bereits mehrfach erwähnten Calendar Spreads (Vokuhila).
Insgesamt konnten damit etwa 70% des realisierten Verlustes aus dem Montags-Trade ausgeglichen werden, so dass der Crash sich im Depot mit einem Verlust im niedrigen einstelligen Prozentbereich auswirkt.
Ein paar kleinere offene Short Vol Positionen laufen auch noch, eventuell kann dies noch auf 80% gesteigert werden.
Natürlich wäre es schöner gewesen, die Verluste nicht realisiert zu haben und stattdessen nur die Gewinne mitzunehmen. Jedoch war die Position Montagmittag so tief rot, dass Schadensbegrenzung vorgenommen werden musste.
Zugute kommt dem vvgmbh Depot, dass ich vorher über die extreme Anfälligkeit dieses speziellen Trades auf sprunghaften Anstieg der Volatität wusste und daher die Position relativ klein gehalten habe.
Auf verschiedenen Trading-Discords konnte man ein anderes Ergebnis beobachten und Trader haben ihre kompletten Depots verloren. Diese waren teilweise auch stark “überhebelt” und die Margin des Depots weit ausgereizt, da war natürlich kein Puffer mehr für ein Event wie Montag.
Ich werde in Zukunft die Trades also weiterhin konservativ halten und eher vorsichtig dimensionieren - oder sogar ganz aus regelmässigen Trades aussteigen und stattdessen auf Vol Events warten. An Tagen wie Montag kann man schliesslich sein komplettes Depot verlieren oder aber eine vollstaendige Jahresperformance erreichen.
23 Jun 2024
Längere Zeit gab es nun kein Update, warum? Nun, die Antwort ist ganz einfach: Die vvGmbH ist vor allem in der Gründungsphase “spannend”. Danach läuft sie so vor sich hin, in meinem Fall dank Adminservice weiterhin mit minimalen Verwaltungsaufwand.
Mittlerweile ist die GmbH drei Jahre alt, in der Zeit hat sich das Depot der GmbH ungefähr verdoppelt. Ein grosser Teil davon sind Buchgewinne auf Aktien, der meiste Teil an realisierten Gewinnen sind tatsächlich auf Optionen oder Futures zurück zu führen.
Das ist in der GmbH eigentlich ungünstig, da auf diese Gewinne ca. 30% Steuern anfallen. In meinem Fall sind die Aktien jedoch der langfristige Bestandteil des Depots und die weiteren Trades sollen zunächst die GmbH-Fixkosten decken, alles was danach noch durch Trades reinkommt ist dann eine Art Zuverdienst.
Zum Thema Steuern muss auch nochmal deutlich gemacht werden, dass eine Trading-GmbH oder vvGmbh keine Steuerhinterziehung darstellt. Die Kapitalgesellschaft erlaubt eine Steuerstundung, vor allem wenn man aktiv Aktien tradet, da die GmbH in diesem Fall nur ca. 1.54% an Steuern abführt.
Sobald das Kapital aus der vvGmbH aber an die Privatperson fliesst, muss diese es natürlich ebenfalls versteuern. Die niedrige Besteuerung von Aktiengewinnen kann demnach genutzt werden, um die Besteuerung in der Aufbauphase des des Depots zu minimieren. Im Falle von Optionen ist die Kapitalgesellschaft sinnvoll, um nicht von der Verlustverechnungsgrenze beschränkt zu werden.
Steuerlich ist das Handeln von Optionen in der GmbH jedoch kein Vorteil, da die erwähnten 30% anfallen und natürlich auch abzuführen sind.
17 Dec 2023
RIDE hat neue Preispakete eingführt, diese sollen zum Jahreswechsel auch für die Bestandskunde gelten. Es gibt jetzt drei Pakete (Light, Standard Pro),
für eine Trading-GmbH sind nur die Pakete Standard und Pro möglich, da nur zu diesen die automatische Wertpapierverbuchung ergänzt werden kann.
Pro kostet 2.449 EUR netto pro Jahr, Standard kostet 1.999 EUR netto pro Jahr. In Pro ist noch das Verbuchen von 70 Rechnungen p.A. (danach wird weiter einzeln
abgerechnet) sowie alle manuellen beleglosen Buchungen enthalten. In Standard wird pro Buchung (wie aktuell auch) 3.50 EUR berechnet.
Soweit also erstmal nichts ungewöhnliches. Die Preise wurden um ca 10% angehoben und auch die Wertpapierverbuchung ist teurer geworden.
Allerdings hat RIDE sich ziemlich unglücklick angestellt wie diese Pakete an die Kunden kommuniziert worden sind, welche Inhalte in den Paketen enthalten sind
und wie die Umstellung erfolgt. Falls man der Diskussion im RIDE Discord nicht gefolgt ist, hatte man quasi keine Chance alles zu verstehen.
Zudem gab es von RIDE-Mitarbeitern zwischendurch auch ziemlich ruppige Antworten. Auch die Fristen sind ziemlich eng gesetzt worden, da man die Bestandskunden zum 01.01.2024
umgestellt haben will, aber alle Informationen an die Kunden erst jetzt vorliegen. Hat man die Diskussion also nicht verfolgt, muss man sich über die Feiertage mit dem ganzen Themenkomplex befassen.
Insgesamt finde ist das kommunikativ sehr unglücklich gelaufen und RIDE hat vermutlich bei den Bestandskunden viel Porzellan zerschlagen. Spannend wird es zu sehen, ob die höheren Preise durch angekündigte neue Features aufgewogen werden.