Kapitalturbo Ein Blog über das Investieren in einer GmbH

Wie hedgen?

In diesem Jahr ist das Thema Absicherung gegen Kursstürze wahrscheinlich bei vielen Leuten auf der Agenda aufgetaucht. Um sich gegen Wertverluste abzusichern benötigt man eine sogenannte “Hedge”, damit ist ein Element im Depot gemeint welches Kursstürze auffängt. Diese Funktion muss also keinen Gewinn machen, im Gegenteil man ist froh, wenn diese Position nie grün wird, sondern wertlos bleibt. Für die Absicherung gibt man also etwas Rendite auf.

Grob gesagt kann man über 3 Instrumente hedgen: Aktien, Futures oder Optionen. Diese können entweder gekauft oder verkauft werden, um die Hedge zu bauen. Was davon gemacht wird, muss man im Einzefall entscheiden. Wenn man seine Aktien absichern will, kann man beispielsweise Aktien mit einem vergleichbaren Beta zum Vergleichsindex raussuchen und dann eine passende Menge der Vergleichsaktien verkaufen. Fallen nun die eigentlichen Aktien, dann fallen auch die leerverkauften Aktien. Dadurch, dass diese initial verkauft wurden, erhöht dies aber den Wert, da diese nun günstiger zurück gekauft werden können. Hierbei fällt auch das Problem auf: Fällt der Markt nicht und die Aktien steigen im Wert, dann müssen diese teurer zurück gekauft werden, die Position macht also Minus. Und ohne weitere Elemente kann die Hedge stark ins Minus laufen. Futures bieten prinzipiell die gleiche Möglichkeiten wie Aktien.

Die bekannteste Variante mit Optionen dürfte sein passende Puts zu kaufen, also beispielsweise für jede Aktienposition im Depot passende Puts zu kaufen. Fallen die Aktien im Wert, steigen die Puts im Wert (vereinfacht gesagt, natürlich müssen noch weitere Faktoren beachtet werden). Die Puts zu kaufen kostet natürlich Geld, der Preis richtet sich nach Faktoren wie Strike, Ablaufdatum usw.. Um die Kosten für die Hedge zu senken, kann man nun auch Puts verkaufen und statt eines einfachen Puts also einen Spread zu eröffnen, in diesem Fall ein Bear Put Spread. Diese Kombination hat zwei Vorteile: Zum Einen ist es ein Debit-Trade, das heißt man bezahlt Geld, um die Position zu eröffnen. Somit ist der maximale Verlust (im Gegensatz zum Shorten von Aktien) auf den initialen Preis des Bear Put Spread beschränkt. Zum Anderen ist Kombination günstiger als einfach Puts zu kaufen, da durch das gleichzeitige Verkaufen von Puts Geld eingenommen und somit der Kaufpreis gesenkt wird. Dies wird selbstverständlich mit einem begrenzten Gewinn erkauft, welcher durch die Differenz der beiden Strike-Preise definiert ist.

Diese Variante habe ich für das GmbH-Depot gewählt. In der GmbH hat das Hedgen über das Kaufen von Optionen den weiteren Vorteil, dass die Verluste voll abzugsfähig sind. Das bedeutet wenn im GmbH-Depot ein Bear Put Spread gekauft wird und die Hedge wertlos verfällt, kann der initiale Kaufpreis einfach von vorherigen Gewinnen abgezogen werden. Ideal wäre es also durch vorherige Optionsgewinne das Kapital für den Kauf der Options-Hedge zu erwirtschaften.