Die Marge
21 Mar 2023Ein Thema mit dem oft ein wenig zu lasch umgegangen wird ist die Marge. Marge ist eine Art Dispo, das heißt bei gängigen Brokern wie Interactive Brokers gibt es für jede Währung oder Wertpapier Marge. Um fiktive Zahlen zu nehmen kann man somit beispielweise mit 100 EUR, die auf das Depot eingezahlt wurden, Wertpapiere im Wert von 200 EUR kaufen, der Einfachheit halber 2 Aktien zu je 100 EUR. In dem Fall hat man effektiv einen Faktor von x2, jeder Euro wird verdoppelt.
So lange das Wertpapier im Wert steigt oder stabil bleibt funktioniert das problemlos, fällt das Wertpapier wird es natürlich spannend. Unterschreitet das Wertpapier einen gewissen Wert gibt es einen sogenannten Margin Call, d.h. der Broker will mehr Geld sehen, weil das gekaufte Wertpapier nicht mehr die durch den Broker geliehene Summe absichert. Die nötigen Vorgaben welche prozentuale Margin man vorhalten muss, bevor Geld nachgezahlt werden muss, unterscheiden sich dabei. Dies liegt beispielsweise an Vorgaben des Regulators oder der Börse oder der Risikokriterien des Brokers.
Nun ist es natürlich relativ verlockend seine Marge möglichst auszureizen, allerdings ist man eventuellen Marktschwankungen ziemlich schutzlos ausgeliefert. Das bedeutet wenn die Kurse durch irgendwelche Ereignisse nachgeben, kommt das Depot zusätzlich unter Druck, weil der Margin Call droht. Es empfiehlt sich also einen Puffer zu lassen, um auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Schlussendlich ist das auch ein psychisches Thema, weil der Druck in solch einer Situation durch den drohenden Margin Call noch erhöht wird.
Ein weiterer Grund warum man sich Puffer lassen sollte, kann als Opportunitätskosten betitelt werden. In den letzten beiden Wochen war wieder etwas Volatilität im Markt, zuerst durch die Pleite der Silicon Valley Bank und dann gefolgt von der Unsicherheit bei der Credit Suisse. Im vvGmbH Depot war die Marge nur zu weniger als 30% ausgereizt, es war also noch viel Luft, um zuerst die fallenden Kurse zu verkraften. Wichtiger war aber, dass durch die verbleibende Marge auch wieder Short Vola Positionen geöffnet werden konnten. Diese Positionen wurden mittlerweile erfolgreich geschlossen, der Profit hiervon deckt für dieses Jahr fast vollständig die Betriebskosten der vvGmbH. Diese lukrativen Trades hätte die vvGmbH verpasst, wenn die Marge bereits “am Anschlag” gewesen wäre.